Sie sind hier: Bereitschaft / Kreisauskunftsbüro

Kontakt

DRK Ortsverein Sinsheim-Reihen
Schallenbergweg 21
74889 Sinsheim

info[at]drk-reihen[dot]de

Kreisauskunftsbüro (KAB)

Das Amtliche Auskunftsbüro ist eine Einrichtung des Deutschen Roten Kreuzes, die im Kriegsfall die Nationale Auskunftsstelle über Kriegsgefangene und in Gewalt einer Konfliktpartei befindliche Zivilisten sowie bei Katastrophen Suchdienst und Vermisstenauskünfte organisiert.


Es erfüllt die von der Bundesregierung auf der Grundlage des Auftrages der Bundesregierung vom 8. September 1966 und der Suchdienstvereinbarung zwischen der Bundesregierung und dem Deutschen Roten Kreuz vom 8. Juni 2001 übertragene Aufgabe, die Nationale Auskunftsstelle gemäß Artikel 122ff. des III. Genfer Abkommens und Artikel 136ff. des IV. Genfer Abkommens, auch im Hinblick auf Ziffer 6 Satz 2 der Anerkennungsbedingungen für nationale Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften von 1948, vorzubereiten, zu planen und im Ernstfall einzurichten.

Um die Strukturen des Amtlichen Auskunftsbüro auch in Friedenszeiten sinnvoll nutzen zu können, wurden dem Suchdienst durch die DRK-Bundesversammlung auch die Wahrnehmung des Auskunftswesens bei Katastrophen und großen Schadensereignissen übertragen, denn auch hier kann es zur Trennung einander nahestehender Personen kommen und Auskünfte sind zu erteilen.

 

Nach Artikel 122 des III. und Artikel 136 des IV. Genfer Abkommens ist jede an einem Konflikt beteiligte Partei verpflichtet, ein Auskunftsbüro einzurichten für den Empfang und die Weitergabe von Informationen zu

1. den sich in ihrer Hand befindlichen Kriegsgefangenen (III. Genfer Abkommen) und

2. den sich in ihrer Gewalt befindlichen geschützten Zivilpersonen (IV. Genfer Abkommen)

 

Die Bundesrepublik Deutschland ist den vier Genfer Abkommen im Jahre 1954 beigetreten und hat damit auch die Verpflichtung übernommen, für den Konfliktfall ein Amtliches Auskunftsbüro einzurichten.

Daraus ergeben sich folgende Aufgaben

• Das Kreisauskunftsbüro ist die Einsatzverwaltung.

• Das KAB wird im Kriesenfall in den Status einer Behörde erhoben.

• Führt die Einsatzstatistik.

• Prüft nach dem Einsatz, ob alle Helfer aus dem Einsatz gekommen sind.

• Erteilt Auskunft über den Verbleib von Angehörigen.

• Wacht im Kriesenfall über die Einhaltung der Genfer Abkommen.

• Nimmt Suchanträge auf.

• Versucht psychisches Leid zu lindern.

• Löst Suche aus, wenn der Datenbestand es verlangt (Helfermeldekarten).

• Helferausbildung (z.B. Schulung in der Handhabung der Karten).

• Nummernkreisverwaltung der einzelnen Karten im Rhein-Neckar-Kreis.

Die Meldekarten

Damit das Kreisauskunftsbüro seine Aufgabe erfüllen kann, gibt es beim Deutschen Roten Kreuz seit vielen Jahren Meldekarten, um Verletzte, unverletzt Betroffene und die eigenen Einsatzkräfte zu registrieren. Durch diese Karten werden Daten registriert die das KAB verarbeiten kann. Hierzu gehören folgende Karten:

Meldekarte für Einsatzkräfte
Mit dieser Karte werden alle vor Ort befindlichen Einsatzkräfte registriert. In ihr werden neben den Personalien auch die organisatorische Zugehörigkeit und der Einsatzort festgehalten. Oftmals wird aus Zeitgründen auf diese Karte verzichtet, und die Helferregistrierung erfolgt über Listen.

Verletztenanhängekarte
Diese Karte dient der Registrierung Verletzter/Kranker und dokumentiert zugleich die wesentlichen notfallmedizinischen Parameter. Für den Suchdienst enthält sie Daten über den Fundort, ein evtl. Transportziel und den Verbleib des Verletzten/Kranken. Auch hier wird im Durchschreibeverfahren auf mehreren Formularen zugleich geschrieben.

Begleitanhängekarte
Die Begleitkarte dient der Erstregistrierung unverletzt gebliebener Beteiligter. Sie ist ein Formularsatz aus drei Blättern, der im Durchschreibeverfahren ohne Kohlepapier ausgefüllt wird. Steht wenig Zeit zur Verfügung, so müssen, ausgenommen alleinstehende Kinder und alte Menschen, die Betroffenen die Karte selbst ausfüllen.

Ausweis & Bezugskarte
Die Ausweis- und Bezugskarte dient zum Einen als Ausweis in Notunterkünften und ähnlichen und zum Anderen als Nachweis über ausgehändigte (zum Verbleib) oder ausgeliehene (bei Verlassen der Notunterkunft abzugebende) Gegenstände des täglichen Bedarfs.

Diese Karten werden mittels eines manuellen Karteisystem abgelegt und durch Sortierungen ergeben sich z.B. bei Suchanträge und Verletztenkarten Treffer, die die Auskunftstelle gegenüber der suchenden Person erteilen kann.

Um diese suche zu vereinfachen und mit der Zeit der Technik zu gehen steht dem KAB eine EDV Software namens Xenios zur Verfügung.

Xenios, die EDV-Software

Xenios ist ein Programm das auf Java basiert und gemeinsam mit einem mySQL- oder Oracleserver arbeitet. Auf den Rechnern der Auskunftsbüros sind lokale mySQL-Server installiert, die im Falle eines kleinen Einsatzes oder bei fehlender Internetverbindung genutzt werden können. Bei größeren Einsätzen oder bei bestehender Internetverbindung wird auf einen zentralen Oracle-Server zurückgegriffen. Wird ein lokaler Server verwendet, so kann später ein Datenaustausch mit dem zentralen Oracle-Server erfolgen.

Die Einführung von Xenios löst zwar das bewährte Kartenbegegnungsverfahren nicht ab, unterstützt es jedoch ungemein. Nach der Erfassung aller Daten in den von Hand beschriebenen Karten werden diese Daten in Xenios erfasst. Suchanfragen, die nach der Dateneingabe kommen, können so sehr schnell beantwortet werden, da Xenios mittels Datenbankabfrage wesentlich schneller fündig wird.

Kommt Xenios bei größeren Einsätzen zur Verwendung, ist es möglich, mehrere beteiligte KAB auf denselben Datenstamm zugreifen zu lassen und somit auch ortsübergreifende Suchanfragen zu bearbeiten. Auch organisationsübergreifender Datenaustausch wird durch Xenios möglich. Viele Behörden, die mit Sicherheitsaufgaben betraut sind, setzen bereits Xenios ein und unterstützen somit die Arbeit der Auskunftsbüros. Der erste Testlauf dieser Art war die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) 2006 in Berlin, bei der mehrere beteiligte KAB aus dem Land Brandenburg vernetzt wurden.